Kirche St. Nikolaus

Die katholische St.-Nikolaus-Kirche (Patronatsfest 6.12.) bildet das geistige Zentrum der Gemeinde. Dieser bereits von den Andechs-Meraniern stark verehrte Patron gilt als Schutzherr der Fährleute, Flößer und Fischer. Dass er hier in Reckendorf hoch geschätzt wird, kann man auf die sich durch das Tal schlängelte Baunach zurückführen, welche im Winter und Frühjahr häufig über die Ufer tritt. Bevor 1866 die steinerne Baunachbrücke errichtet wurde, befand sich auf Höhe der sogenannten Specke (alt für: Knüppeldamm) die Furt als Hauptverbindung zwischen Ebern und Baunach sowie – über die „Bildeichen“ – von Höfen nach Rattelsdorf in den Itzgrund.

Eine Frühmessstiftung für die Kirche wird bereits 1461 erwähnt und 1470 durch Pfarrer Martin Kopp erneuert, wobei der historische Kern des Chorturmes mit seinem durch schmale Dienste getragenen Gewölbe noch auf das späte 13. Jahrhundert zurückgehen dürfte. Während der Reformationszeit konnten sich die katholischen Gläubigen gegen die protestantischen Einflüsse der hiesigen Adelsgeschlechter behaupten. Eine Wiederauflebung der Frühmesse – nun auf das Patronat Petrus von Alcantara und Maria – veranlasste 1670 der Reckendorfer Schloßbesitzer und fürstbischöflich bambergische Geheimrat Johann Mathias Lechner. Unter seinem Sohn Josef Ignatius Heinrich Lechner von Lechfeld erhielt der Innenraum der Kirche um 1700 sein heutiges Aussehen. Das Gemälde des auf seine Namenspatronen geweihten „Josefsaltares“ auf der rechten Seite zeigt das Wappen des Stifters (Lechner von Lechfeld/ Schnappauf). Nach einer Umbauphase im Jahre 1816, wurde bereits wieder 1838, am Ablaßfest Mariä Geburt (8.9.), die feierliche Einweihung einer Gotteshauserweiterung begangen. Der markante Turm entstand ebenfalls in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, der vierseitige Giebelhelm musste aufgrund von Geldmangel, wie der Volksmund sagt, auf ein weiteres Geschoss verzichten.

Als Filialkirche der Pfarrei Baunach gehörte Reckendorf all die Jahrhunderte hindurch zum Bistum Würzburg. 1915 erfolgte schließlich die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei.

Als weiteres Zeichen der Gläubigkeit ließ die Gemeindeverwaltung im Jahre 1824 eine kleine Kapelle errichten, in die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Mariengrotte eingerichtet wurde und den Namen „Lourdeskapelle“ erhielt.

Text und Zusammenstellung: Adelheid Waschka, M.A., Archivarin & Kunsthistorikerin, Hallstadt